Seit mehr als zehn Jahren verbindet NetAachen und die Caritas Betriebs- und Werkstätten GmbH (kurz: CBW) eine vertrauensvolle Kundenbeziehung. Was auf den ersten Blick nach klassischer IT-Infrastruktur klingt, ist bei näherem Hinsehen Teil von etwas Größerem: einer regionalen Zusammenarbeit, die zeigt, wie wirtschaftliches Handeln, soziale Verantwortung und nachhaltiges Engagement zusammenspielen können.
Die CBW mit Hauptsitz in Eschweiler betreibt acht Werkstätten an sechs Standorten in der Städteregion – alle digital über unsere Glasfaserlösungen zu einem einzigen, leistungsfähigen Corporate Network miteinander vernetzt. So greifen Mitarbeitende standortübergreifend auf zentrale Daten und Systeme zu. Für das inklusive Unternehmen ist solch eine zuverlässige IT-Infrastruktur unverzichtbar, denn sie verbindet nicht nur Standorte, sondern ermöglicht reibungslöse Abläufe für rund 1.500 Menschen mit und ohne Behinderung, die hier täglich arbeiten. Eine stabile, leistungsfähige Vernetzung sorgt dafür, dass Verwaltung, Organisation und Kommunikation zuverlässig funktionieren, egal, ob in Eschweiler, Würselen oder Imgenbroich gearbeitet wird.
Doch unsere Verbindung zur CBW geht weit über die Technik hinaus. Immer wieder nutzen wir selbst die vielfältigen Dienstleistungen der Werkstätten: So haben wir beispielsweise die interne Schreinerei beauftragt, für den Eingangsbereich unseres Kundencenters eine Nachhaltigkeitswand aus Holz zu kreieren. Auch Weihnachtspräsente für unsere Geschäftskund:innen, Kerzen, selbst gerösteter Kaffee oder das Buchen der Konferenzräume der CBW für interne Veranstaltungen gehören regelmäßig zu unserer Zusammenarbeit.
Gerade bei Letzterem steht für uns nicht nur die Funktionalität im Vordergrund, sondern vor allem der integrative Gedanke durch gelebte Inklusion und die Möglichkeit, hautnahe Einblicke in die Arbeit der Werkstätten zu erhalten. Für viele Kolleg:innen ist der Besuch vor Ort eine ganz besondere Erfahrung.
Diese Begegnungen haben uns einen Anlass gegeben, einmal genauer hinzuschauen: Wer ist die CBW, wofür steht sie – und was bedeutet soziale Nachhaltigkeit und berufliche Teilhabe eigentlich wirklich?
Ein Unternehmen mit sozialem Auftrag
Die CBW ist ein inklusives Sozialunternehmen von Kirche und Caritas. Ihr Kernauftrag: berufliche Teilhabe für Menschen zu ermöglichen, die aufgrund einer Behinderung keinen direkten Zugang zum ersten Arbeitsmarkt finden. Rund 1.500 Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten heute, begleitet von qualifizierten Fachkräften, bei der CBW.
„Wir bieten passgenaue Arbeit“, erklärt Geschäftsführer Michael Doersch, „Menschen bringen unterschiedliche Fähigkeiten mit und wir schaffen dafür passende Tätigkeiten und Aufträge. Wenn es genau diese Arbeit noch nicht gibt, wird sie vielleicht bei uns entwickelt.“ Das Ziel ist dabei immer dasselbe: Teilhabe am Arbeitsleben und damit Teilhabe an der Gesellschaft. „Erfolg ist dabei nicht ausschließlich der Wechsel auf den ersten Arbeitsmarkt“, betont Doersch weiter. „Erfolg ist, wenn Menschen hier strahlend bei der Arbeit sind, sich einbringen können und sich wertgeschätzt fühlen.“ Für manche ist die Werkstatt genau der richtige Ort, um ihre Fähigkeiten in einem geschützten Rahmen, der Sicherheit und Entwicklung ermöglicht, zu entfalten.
Berufliche Teilhabe ist dabei weit mehr als „nur“ Beschäftigung. David Göser, Leiter Personal und Prokurist, beschreibt es so: „Ein großer Teil unseres Selbstbewusstseins entsteht nun mal über Arbeit. Das gilt für Menschen mit Behinderung genauso wie für alle anderen.“ Arbeit stiftet Sinn, Struktur und Selbstwirksamkeit: Sie schafft Begegnung, soziale Kontakte und einen festen Platz im Leben. „Hier entstehen Freundschaften, Partnerschaften, ja sogar ganze Lebensgeschichten“, so Göser weiter.
Wachsende Herausforderungen
Die Arbeit der CBW wird dabei nicht einfacher. Die Anforderungen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen, psychischen Erkrankungen oder Autismus-Spektrums-Störungen nehmen zu. Gleichzeitig steigen Pflege-, Betreuungs- und Qualifikationsanforderungen an die Mitarbeitenden.
Betriebsleiter Dirk Leifeld beschreibt die Herausforderung aber vor allem darin, Arbeiten so zu gestalten, dass wirklich jeder, unabhängig vom Unterstützungsbedarf, einen Beitrag leisten kann. Das erfordert Flexibilität, Fachwissen und ein hohes Maß an Empathie. „Wir arbeiten schließlich nicht nur mit Materialien, sondern in erster Linie mit Menschen“, bringt er es auf den Punkt. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Qualifikation, Fortbildung und pädagogische Kompetenz der Fachkräfte.
Regionale Verantwortung leben
Die CBW ist, genau wie wir, tief in der Region verwurzelt und versteht sich als Partner für Industrie, Gewerbe und auch Privathaushalte. Regionale Kooperationen helfen, die Arbeit der CBW sichtbar zu machen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu eröffnen.
Unternehmen können die CBW konkret unterstützen, indem sie Aufträge vergeben. Dabei geht es vom Montieren, über das Verpacken oder Prüfen bis hin zu individuellen Sonderlösungen. „Wir prüfen jede Anfrage auf Machbarkeit“, sagt Doersch. „Und wenn es sinnvoll ist, entstehen sogar komplett neue Arbeitsbereiche.“
Auch Privatpersonen können einen Beitrag leisten, etwa durch den Kauf von Produkten aus den Werkstätten. Ein aktuelles Beispiel ist das wachsende Kaffeeprojekt der CBW: In Zusammenarbeit mit der Caritas werden Kaffeebauern in Kolumbien direkt unterstützt, fair bezahlt und ohne Zwischenhandel angebunden. Ein Projekt, das soziale Nachhaltigkeit global denkt und lokal umsetzt – und dabei auch noch fantastisch schmeckt.
Hier finden Sie einen Überblick über das umfangreiche Dienstleistungsangebot der CBW.
Gemeinsam für die Region
Die CBW zeigt, dass berufliche Teilhabe und soziale Nachhaltigkeit mehr als nur theoretische Konzepte sind. Sie entstehen hier, wo Menschen arbeiten, zusammenkommen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Lösungen finden. Berufliche Teilhabe bedeutet hier ganz konkret: gesehen werden, gebraucht werden und dazugehören.
Die CBW zeigt, dass Inklusion dann gelingt, wenn Menschen im Mittelpunkt stehen – mit all ihren Fähigkeiten, Bedürfnissen und Potenzialen. Für uns ist sie nicht nur ein langjähriger Geschäftskunde, sondern ein starkes regionales Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit auf Augenhöhe funktioniert.
Vernetzt durch Technik, verbunden durch gemeinsame Werte.
