Würselen ist "ready for service" und bekommt den Datenturbo zugeschaltet

Würselen, 30.07.2015

Grünes Licht für das rasend schnelle Internet in Würselen: Im Anschluss an eine Pressekonferenz im Rathaus konnten NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider, Bürgermeister Arno Nelles, Städteregionsrat Helmut Etschenberg und enwor-Geschäftsführer Herbert Pagel an einem NetAachen-DSLAM-Gehäuse in der Klosterstraße 30 sogar offiziell den Vectoring-Datenturbo für die round about 40.000-Einwohner-Kommune der StädteRegion Aachen zuschalten.

Ready for service - die von der enwor (energie & wasser vor ort GmbH) und NetAachen ausgeklügelte Ausbaukooperation mit dem offiziellen Projekt-Titel „Bereitstellung breitbandiger Telekommunikationsanschlüsse auf der Basis von Glasfaser“ hat eine echte Punktlandung hingelegt: Pünktlich zum vor Jahresfrist vermeldeten Termin „Mitte 2015“ hat die Stadt Würselen ihre eigenen Zubringer zur Datenautobahn erhalten. Das neue FTTC-Gebiet (Fibre to the Curb, Glasfaser an den Randstein; in die Nähe des Teilnehmers) ist versorgungsbereit; die ersten Anwohner surfen bereits mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s. Und es kommt noch besser: Dank der „in einem Abwasch“ mitinstallierten Vectoring-Technologie sind ab sofort sogar Bandbreiten von 100 Mbit/s im Downstream möglich.

Eine klare Rollenverteilung und ein Hand-in-Hand-Arbeiten waren für die exakte Einhaltung des Zeitplans ausschlaggebend: Die enwor sorgte für den Ausbau des neuen Glasfasernetzes, die NetAachen betreibt die aktive Systemtechnik und ist als Telekommunikationsanbieter der Ansprechpartner für die Kunden. „Ich freue mich sehr, dass der Datenturbo ab sofort in ganz Würselen verfügbar ist“, spricht Bürgermeister Arno Nelles von einer deutlichen Attraktivitätssteigerung für seine Stadt: „Vor allem für junge Familien oder Gewerbetreibende ist eine zeitgemäße und schnelle Internetanbindung oft entscheidend bei der Wahl des Wohn- beziehungsweise Standortes.“

Über 41 Kilometer Glasfaserkabel

Von den NetAachen-Backbone-Übergabepunkten (Basisnetz, Hauptstrang) in der Würselener Neustraße und am Kaninsberg verlegte die enwor insgesamt 41.140 Meter Glasfaserkabel, um insgesamt 90 neue DSLAM-Gehäuse der NetAachen (Digital Subscriber Line Access Muliplexer - DSL-Zugangskonzentrator, Umsetzung von Lichtwellenleitern auf Kupfer) anzuschließen und diese mit den bereits 119 vorhandenen Kabelverzweigern (KVz) der Telekom zu verbinden. Durch diese Anbindung ans Glasfasernetz werden die bestehenden Telekom-Kupferstrecken zu den Würselener Privathaushalten und Gewerbetreibenden erheblich verkürzt. Die neuen Datenübertragungsraten übertreffen den bisherigen Standard um ein Vielfaches.

„Mit der Fertigstellung der Maßnahme kann die NetAachen 15.000 Privathaushalten und 400 Gewerbetreibenden ihre Telekommunikationsdienste über unser Netz zur Verfügung stellen“, hat enwor-Geschäftsführer Herbert Pagel noch weitere Zahlen zum Ausbau zur Hand:  78 verbaute Kabelschächte, 63 montierte Muffen und 9325 gespleißte Fasern. Das Wohngebiet Kapellenfeldchen und das Gewerbegebiet Aachener Kreuz waren schon zuvor von der enwor mit Glasfaser erschlossen worden.

100 Mbit/s dank neuester Vectoring-Technologie

Mit weiteren guten Nachrichten für die Stadt Würselen konnte Andreas Schneider, Geschäftsführer der NetAachen, im Rahmen der heutigen Pressekonferenz aufwarten:  „Die im FTTC-Verfahren auf ein Minimum reduzierten Kupferleitungen sind nach wie vor das Nadelöhr in der Datenübertragung. Das wird jetzt anders - dank Vectoring.“ Eine detaillierte Erklärung folgte prompt: Demnach haben die einzelnen Adern in einem Kupferkabel die negative Eigenschaft, bei der Datenübertragung elektromagnetische Wellen abzustrahlen, die sich gegenseitig stören und die Datengeschwindigkeit verringern. Beim Vectoring werden spezielle Kleinstcomputer in die DSLAM-Gehäuse am Straßenrand eingebaut. Diese messen die Störsignale und korrigieren sie in Echtzeit. So können, wie jetzt in Würselen praktiziert, Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s erreicht werden.

„Die Erschließung der Kabelverzweiger in Kombination mit dem Einsatz von Vectoring ist die derzeit schnellste und kostengünstigste Art, um Highspeed-Internet flächendeckend in der Region auszubauen“, so Andreas Schneider: „Zugleich haben wir eine optimale Grundlage geschaffen, um zukünftig, wenn wir bei einem Breitbandbedarf im Gigabit-Bereich angekommen sind, die Glasfaser in einem zweiten Step vom Kabelverzweiger bis in jeden einzelnen Keller hinein zu verlegen."

Weitere Informationen zum Breitbandausbau in Würselen finden die Anwohner unter www.netaachen.de/wuerselen