04. September 2014

Weltelite des Stabhochsprungs liefert sich packenden Wettkampf auf höchstem Niveau beim 10. NetAachen-Domspringen – Mark Hollis schnappt sich mit 5.80 Meter die Krone vom Katschhof

 

Unvergleichlicher Jubel bei Mark Hollis‘ Siegersprung – Katschhof bebt zum Jubiläum – Über 5000 Besucher im Zentrum Aachens – Karsten Dilla mit 5,60 Meter bester deutscher Springer – Rens Blom richtet zum Karriereende emotionale Worte ans Aachener Publikum – Leichtathletik und Stars zum Anfassen zwischen Dom und Rathaus.

 

Mark Hollis steht mit versteinerter Miene auf der Tartanbahn zwischen über 5.000 begeisterten Zuschauern. Es muss schwierig sein, den Katschhof für den Moment des Sprungs auszublenden. Wenn jeder Schritt des Anlaufs wichtig ist und jede Bewegung über der Latte den Ausschlag ausmachen kann, dann ist höchste Konzentration notwendig. Und trotzdem kann der US-Amerikaner Mark Hollis gar nicht anders: Für einen kurzen Augenblick huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Dann sammelt er sich noch für einen kurzen Augenblick, hebt seinen Stab, läuft an und fliegt. Mit 5.80 Meter gewinnt er das 10. NetAachen-Domspringen und tritt damit Björn Ottos Erbe an. Und beweist zudem, dass der Katschhof genau die richtige Mischung aus Lässigkeit und Konzentration aus den beteiligten Springern kitzeln kann. 

Doch der Wettkampf, der zum Siegsprung führte, war nicht minder spektakulär. Den Anfang machte Hendrik Gruber mit einem souveränen Sprung über 5,00 Meter. Nicht so erfreulich liefen die ersten Sprünge von Yangsheng Yang, Tom Konrad und Rens Blom. Doch im zweiten Versuch schraubten sich zumindest der Leverkusener und der ehemalige Weltmeister dann doch über die Latte. Für Rens Blom war es das allerletzte Mal. 

Yangsheng Yang und auch Michel Frauen, der erst bei 5,10 Metern einsteigen wollte, mussten Aachen als einzige beiden Springer mit einem Salto Nullo verlassen. Der 28-Jährige Hendrik Gruber aus Leverkusen erkämpfte sich mit 5,20 Metern Platz 8. 

 

Rens Blom, der Weltmeister von 2005, kämpfte mit den Tränen, als er sich noch ein letztes Mal zum Ende seiner Karriere an das Aachener Publikum wandte. Für ihn fiel die Latte bei 5,10 Metern drei Mal. „Gerne wäre ich heute noch einen Tick höher gesprungen, aber es geht leider nicht mehr so hoch hinaus wie früher. Es hätte keinen besseren Platz als das NetAachen-Domspringen – bei dieser unbeschreiblichen Atmosphäre - geben können, um seine Karriere zu beenden“, so der 37-Jährige Niederländer. 

Extrem knapp scheiterten der Brasilianer Augusto Dutra und der Leverkusener Marvin Caspari an ihren letzten Höhen, so dass sie gemeinsam mit 5,30 auf Platz 6 abschlossen. 

Bei angenehmen äußeren Temperaturen, guten Windverhältnissen und untergehender Sonne wurde der Wettkampf dann so richtig spannend. Der Chinese Changrui Xue, bei 5,60 Meter noch fast gescheitert, konnte sich als erster über 5,70 Meter schwingen. Kaum eine Minute später zog der Pole und Weltmeister von 2011, Pawel Wojciechowski, nach. Die anderen drei Springer, die noch bei dieser Höhe im Wettkampf waren, hatten größere Probleme mit dieser Höhe. Sowohl der Leverkusener Karsten Dilla, der beste deutsche Springer des Tages, als auch der Pole Piotr Lisek mussten sogar die Segel streichen. Einzig und allein der US-Amerikaner Mark Hollis machte es nur lange spannend schaffte die Höhe im letzten Versuch. Drei Springer über 5,70 Meter im Stabhochsprung – das gab es im Jahr 2014 kaum bei einem anderen Wettkampf. 

Und über 5,80 Meter drehte der 29-Jährige den Spieß dann um. Direkt im ersten Versuch schraubte sich Hollis über diese Weltklasse-Höhe. Gut gepokert, denn damit siegte der Zweitplatzierte der diesjährigen Weltjahresbestenliste beim 10. NetAachen-Domspringen und verwies den Polen Pawel Wojciechowski und den Chinesen Changrui Xue auf die Plätze. Einer der ersten Gratulanten: Trainer und ehemaliger 6-Meter-Springer Jeff Hartwig, der zusammen mit Björn Otto prominente Unterstützung vom Seitenrand gab. 

Andreas Schneider, Geschäftsführer von Hauptsponsor und Namensgeber NetAachen, zeigte sich begeistert vom Jubiläumsspringen und der Atmosphäre in Aachen: „Es freut mich sehr, dass wir heute einen so aufregenden und spannenden Wettkampf erleben konnten. Das Aachener Publikum hat sich von seiner allerbesten Seite gezeigt. Einfach toll, was auf dem Katschhof für eine Stimmung entstehen kann, wenn die Zuschauer die Athleten anfeuern. Ich freue mich auf die nächsten Jahre nach diesem emotionalen Jubiläum.“ 

Den Vorkampf der Frauen konnte mit 4,21 Meter die Niederländerin Femke Pluim für sich entscheiden.

 

Rangliste 10. Net-Aachen Domspringen: